Niederländischer Kunstmaler Hugo Landheer (1896-1995)
Hugo Landheer war beruflich Kunstmaler. Er war beim Niederländischen Publikum allerdings nicht geradezu bekannt; dagegen schon in Kreisen von Spezialisten im Bereich von der Malerei in den Niederlanden.

Wer war Hugo Landheer als Person?

Er wurde am 9. Dezember 1896 in Schiedam (NL) geboren und stammt aus einer Familie, die nicht mittellos war. Sein Vater hatte vor mehr als hundert Jahren einen Großhandel mit, wie es damals hieß, Kolonialwaren, wie etwa Tabak, Kaffee, Tee, Gewürzen usw. Außerdem war er Inhaber zweier Einzelhandelsgeschäfte in der gleichen Sparte.
Seine Eltern hatten vier Kinder, Hugo war das dritte.

Als Hugo Landheer 11 Jahre alt war, bemühte er sich ernsthaft darum zu zeichnen. Er durfte wöchentlich zweimal Zeichen- und Malerunterricht in Rotterdam nehmen. Der Unterricht hat pro Woche einen Gulden gekostet. Dieser Betrag wurde um 25 Cent ermäßigt, wenn Hugo einen Freund mitbringen würde! Dieser Unterricht hat richtig geklappt: bevor Landheer die Prüfung der damaligen H.B.S. (etwa Oberrealschule) ablegte, hatte er bereits die Prüfung (Diplom Zeichnen, reichte zum Lehrer Zeichnen Grundschule) erfolgreich bestanden.

Im Alter von 22 Jahren verließ er Schiedam und zog nach Den Haag um. Dort hat er 4 Jahre an der Rijksacademie voor Beeldende Kunst (Reichsakademie für bildende Kunst) studiert, wonach er mit gutem Erfolg "M.O. Tekenen" (Zeugnis, etwa Diplom Lehramt an der Fachhochschule für bildende Kunst) absolviert hat. Nach dieser Periode hat er in dieser Kunstakademie anschließend 3½ Jahren selber gelehrt.
Dann ließ er sich letzten Endes als Kunstmaler nieder. Er musste aber, um seinen Lebensunterhalt bezahlen zu können, auch die notwendige Kohle haben. Daher wurde er gleichzeitig als Privatlehrer tätig. Man kann jedoch sagen, dass Hugo Landheer Anfang der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts als Maler völlig professional angefangen hat.

1924 hat Hugo Landheer (27) geheiratet.
1928 wurde ein Sohn (auch Hugo) geboren.

Nach der Haager Periode, als er fast 40 Jahre war, übersiedelte das Ehepaar Ende1935 nach Epe, einem Dorf etwa in der Mitte des Landes gelegen. Grund für diesen Umzug lag darin, dass Landheer die rege Großstadt für ein schön liegendes, damals noch kleines Dorf mit Wald sowie Land ringsumher tauschen wollte, damit er in einer Umgebung, die noch Ruhe ausgestrahlt hat, ein günstiges Arbeitsklima zum Malen finden würde. Dort hat er noch eine kurze Zeit Zeichenunterricht in einer mittleren Schule gegeben.

1936 wurde der zweite Sohn (Ronald) geboren.

1946 haben sich Hugo Landheer (49) und seine Frau für eine Trennung entschieden. Ziemlich schnell danach hat Landheer aufs Neue geheiratet. Mit seiner zweiten Frau wohnte er bis 1965 in Epe als Wohnsitz. Er war dann 69 Jahre alt. In jenem Jahr haben die beiden beschlossen umzusiedeln, und zwar in ein Dorf in der Nähe von Haarlem. Grund zu diesem einschneidenden Schritt war, dass im Westen des Landes bessere Möglichkeiten zur Veranstaltung von Ausstellungen bestanden. Auch hat man es für bequemer gehalten, sich in der Nähe von wichtigen und bekannten Museen niederzulassen.

Der Maler und seine Frau haben viele Studienreisen in fast alle westeuropäischen Länder gemacht, von Dänemark bis Italien und in das damalige Jugoslawien, sowie in die Ostländer Ungarn, Polen und, wie es dann noch hieß, die Tschechoslowakei. Ziel dieser Reisen war zweierlei: Der erste Zweck war es, Landheer zu ermöglichen, auch in diesen Fremdländern an Ort und Stelle zu skizzieren. Zweitens, und sicherlich nicht unwichtig, wollte das Ehepaar versuchen, bestimmte Museen in den Ostländern für seine Gemälde zu interessieren. Bei positivem Ausgang der dazu erforderlichen Verhandlungen wurde zur gratis übernahme bestimmter Tücher ein Abkommen gemacht.

Da Hugo Landheer kein Führerschein besaß, musste seine Gattin immer fahren, ob sehr weit weg oder nach einem Ziel in der Nähe, egal, sie hat bloß gefahren. Auch englischen oder deutschen Briefwechsel, sogar Esperanto, hat sie, um Verabredungen mit ausländischen Museen zu treffen oder um eine Einladung von solchen Museen zu bekommen, durchgeführt, oft mit gutem Erfolg. Weiter hat sie für die Verwaltungs- sowie Haushaltssachen oder egal was auch gesorgt, für ihren Hugo war sie immer da. Weil seine zweite Frau nebenbei auch noch einen besonders guten Sinn für Malerkunst hat und weil sie auch positiv kritisch eingestellt war, hat Hugo Landheer immer großen Wert darauf gelegt dass sie im Atelier dann und wann mal ihre Meinung über Gemäldeskizzen äußerte. Das schöne dabei war, dass er fast immer auf ihre Bemerkungen gehört hat und meistens nahezu ohne Bedenken nach ihrem Dafürhalten vorgegangen ist und somit ihren Rat befolgt hat.

Dazu kommt noch dass seine zweite Gattin gewissermaßen kapitalkräftig war. Dank dieses Umstandes konnten sie sich auch die jeweiligen Reisen in Europa leisten. Es kommt folgendes noch dazu: sobald die Möglichkeit sich geboten hat, hat Landheer die Gelegenheit ergriffen seiner sozialen Einstellung zu folgen, indem er viele seiner Werke an Museen, die an den Stil seiner Gemälde interessiert waren, umsonst anzubieten, wie vorhin schon angegeben wurde. Zweck dazu war, dass damit möglichst viele Museumsbesucher seine Werke anschauen könnten. Das großzügige Angebot traf sowohl für niederländische als auch für ausländische Museen zu. Grundsätzlich möchte er nicht, dass seine Gemälde nur in die Hände von Privatpersonen, die über ausreichende Mitteln verfügen, geraten könnten.

Gegen Ende seines Lebens war er infolge trauriger Umstände gezwungen sein schönes und großes Haus, in dem er so lange gewohnt und gearbeitet hat, zu verlassen. In jenem Haus hat er ebenfalls Ausstellungen seiner Gemälde ohne Eintritt vom Publikum zu verlangen, während vieler Jahre veranstaltet. Notgedrungen musste er sich nun in ein Altenheim in der Nähe seines letzten Wohnsitzes zurückziehen.

Die traurigen Umstände waren dreierlei:
- erstens starb seine Frau, die eine Anzahl Jahre jünger war als der Maler, ziemlich plötzlich und unerwartet, als Landheer bereits 91Jahre alt war,
- zweitens hat Hugo Landheer als Handicap dass er im Laufe der Jahre praktisch taub geworden war und
- drittens war das Haus viel zu groß und von ihm unmöglich im Stand zu erhalten. Wegen diesen Tatsachen hat es nur wenige Personen gegeben, die ihm in irgendeiner Weise privat noch helfen konnten oder wollten, während seine beiden Söhne mit Angehörigen auch nicht in der unmittelbaren Nähe wohnten. Der älteste Sohn, der damals schon in Ruhestand versetzt war, hat zwar noch darüber nachgedacht, ob es vielleicht eine passende Möglichkeit wäre, ins große Haus des Vaters zur Pflege mit einzuziehen, aber die Nachteile eines solchen endgültigen Schrittes waren zahlreicher als die Vorteile die es geben würde, auch für den Vater selber.

Ein Vorteil des damaligen Altersheim in dem Hugo Landheer noch langjährig gewohnt hat war, dass er in seinem zur Verfügung stehenden Zimmer noch malen durfte, was in einem anderen Altersheim in Haarlem, das er anfangs als neuen Wohnsitz bevorzugt hatte, nicht zugelassen wurde. Es wäre ja nicht auszuschließen, dass ölfarbe auf den Teppichboden fallen würde, wodurch Flecken entstehen würden, die nicht zu entfernen wären, so hatte man ihm als Einwand vorgebracht. Aber im zweiten Altenheim war das offenbar gar kein Problem und war er willkommen. Er fühlte sich dort letzten Endes ganz frei, konnte auch noch täglich in der unmittelbar angrenzenden Anlage, d.h. in die Amsterdamer Wasserleitungsdünen, spazieren gehen, was er oft gemacht hat, trotz seines vorgerückten Alters. Er hatte nebenbei noch einem weiblichen Lehrling Zeichen- sowie Malerunterricht gegeben, trotz der Tatsache dass er damals bereits 95 Jahre alt war! Dank dieses Unterrichtes wurde die Frau in die Rietveld-Akademie (Kunstakademie) in Amsterdam aufgenommen, was auch für Landheer als Ergebnis sehr befriedigend war.

Dann war es ihm eines Tages aus körperlichen Gründen bedauerlicherweise nicht mehr möglich weiter zu malen, weil sein Arm nicht länger die Pinsel hochhalten konnte. Dadurch kam es nach mehr als 75 Jahren zu einem Ende seiner Maler- und Zeichnen Praxis.

1995, 98 Jahre alt, zwei oder drei Jahre nachdem er die Pinsel und den Bleistift nicht länger benutzen konnte, ist er gestorben. Er war zwar nicht krank, aber seine Organe waren verschlissen, und er wollte eigentlich auch nicht länger leben, indem er nicht mehr malen konnte, was ohne Zweifel dazu beigetragen hat, dass er dann gestorben ist. Ihm ist ein langer Krankenleidensweg jedenfalls erspart geblieben.

Wie hat er gearbeitet und was war sein Beitrag, seine Bedeutung in Malerkunstfachkreisen?

Erstens könnte man sagen, dass Hugo Landheer ein echter Künstler war in dem Sinne, dass er vom Anfang an eigentlich nur zum Zeichnen und Malen gelebt hat. Er hat geschuftet, sein Leben lang. Es gab keinen Tag an dem er nicht gearbeitet hat. Fast immer war er in seinem Atelier zu finden. Als Landheer und seine Angehörigen vor dem Kriege in Urlaub gingen, war man nur dort hingegangen, wo Landheer noch schöne Skizzen machen konnte, die er nachher oft für seine Gemälde benutzt hat. Weiter hatte er im Atelier eine reichhaltige Sammlung kleiner, schöner, farbiger Flachgläser. Manchmal hat er sich eines ausgesucht, durch das er nach einem Gemälde, an dem er arbeitete, geguckt hat, um die farbliche Auswirkung, den Effekt, zu betrachten. Wenn das Ergebnis ihm gefiel, hat er im Bedarfsfall versucht, die Farbe auf dem Tuch nachzubilden.

Es wurde schon angegeben, dass er 3½ Jahre Lehrer gewesen war, und in dieser Zeitspanne hat er vielen jungen Leuten zeichnen gelehrt. Das ist, kann man sagen, auch ein sinnvoller Beitrag des Künstlers gewesen.

Als Maler war er ein Einzelgänger. Aber als er in den zwanziger Jahren angefangen hat, ist er für kurze Zeit einigermaßen unter Einfluss des Kubismus geraten. Man kann aber nicht sagen, er habe ab den dreißiger Jahren einem bestimmten Malereistil nachgestrebt oder man könne ihn darin unterbringen. Er war und blieb sich selber treu, obwohl er sich natürlich auch im Laufe der Jahrzehnte ganz klar weiter entwickelt hat. In seinen späteren Jahren hat er sogar sein früheres Werk entschieden abgelehnt. Er war der Meinung, die alten Werke seien für ihn als Maler nicht länger repräsentativ. Er hat davon auch buchstäblich Abstand genommen, indem er sich aus dem angegebenen Grunde veranlasst fühlte, viele Tücher zu vernichten, zu verbrennen, zu zerreißen, was sehr schade ist, weil man seine Entwicklung als Künstler dadurch nur noch schlecht verfolgen und beobachten konnte. Zum Glück gibt es noch einige ]wenige schwarz-weiß Fotos seiner alten Werke, während bestimmte Gemälde, die er vor dem Kriege finanziell notgedrungen verkauft hat, noch irgendwo in Privatbesitze sein werden.

Er hat stilmäßig auch niemals ein Zugeständnis gemacht oder Kompromisse geschlossen, mit dem Zweck, sein Werk dem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Dass er in Kunstkreisen trotzdem geschätzt wurde, kann man daraus schließen, dass Werke von Landheer sich in vielen Museen befinden, sowohl im Inland als im Ausland. 1990 bekam Landheer eine Ehrenausstellung im Gemeentemuseum (Gemeindemuseum) in seiner Geburtsstadt Schiedam. Anlässlich der Eröffnung dieser Sonderausstellung wurde eine Monographie von Hugo Landheer veröffentlicht, die von Doktor der Kunstgeschichte Johanna Jacobs zusammengestellt und geschrieben worden war. Seine verstorbene Frau hatte sich eine solche Ausgabe schon lange gewünscht und daher war das Buch für Hugo Landheer auch gefühlsmäßig von großer Bedeutung.

Zwei der früheren Tücher Landheers aus den dreißiger Jahren sind noch von Pieter Wiegersma auf dem Dachboden entdeckt, aufgerollt zwischen den Rissen im Dachgebälk im Wohnhaus des Malers, und somit gerettet worden! Pieter Wiegersma hat sich dann sehr bemüht um die Zustimmung zum Mitnehmen dieser bemalten Leinwandrollen zu bekommen. Wiegersma möchte sie im damaligen Gemeentemuseum (Gemeindemuseum) "de Wieger" in Deurne (NL) von Fachkundigen restaurieren und einrahmen lassen und darauf in die Museumsammlung aufnehmen. ugo Landheer Hugo Landheer war zum Glück einverstanden! Die betreffenden Gemälde sowie noch weitere des Malers findet man also im Depot des Museums "de Wieger" in Deurne (NL). Sie werden dann und wann ausgestellt. So verhält es sich mit den meisten der Werke Landheers, die in den jeweiligen Museumdepots gelagert worden sind bis zu dem Augenblick, wo wieder Ausstellungen veranstaltet werden, in die auch die Werke Landheers passen.

übrigens wäre es vielleicht interessant zu wissen, dass Pieter Wiegersma ein Buch geschrieben hat (allerdings in der niederländischen Sprache), in dem er seinem Abenteuer im Hause Landheers ein volles Kapitel gewidmet hat.

Einzel- sowie Gruppenausstellungen gab es übrigens während seines Lebens sehr viele, aber auch noch welche nach seinem Tode. Eine sehr lange Liste ist Zeuge davon.

Während des 2. Weltkrieges mussten Künstler sich der sog. Kulturkammer anschließen, wenn sie wenigstens noch Ausstellungen veranstalten oder öffentliche Werbung für sich selbst machen wollten. Das traf auch für öffentliche Verkäufe zu, die also lediglich für diejenigen Leute vorbehalten waren, die der deutschfreundlichen Kulturkammer beigetreten waren. Landheer hat, wie viele Kollegen, sich geweigert, der Kulturkammer anzuschließen und durfte deshalb nicht öffentlich verkaufen oder ausstellen. Nach dem Kriege erhielt er infolgedessen die Urkunde "Gerrit van der Veen Verzetspenning" (Gerrit van der Veen Widerstandsmarke) und mit einer Anzahl Kollegen durfte er unter dem Titel "Kunst in Vrijheid" (Kunst in Freiheit) im Herbst 1946 im Rijksmuseum (Reichsmuseum) Amsterdam mit einigen seiner Gemälden ausstellen.

Wie und was hat er denn also gemalt?

Vorweg noch mal eine kurze Bemerkung über sein Temperament als Mensch: jeden Tag, an dem er mit Malen beschäftigt war, hat er immer klassische Musik gepfiffen, aber in der Art, dass er ganz verschiedene Kompositionen pausenlos aneinandergereiht hat, als wäre es nur ein Musikstück. Hatte er aber schlechte Laune, und das kam vor, wenn er böse auf einen seiner Söhne war, dann war es im Atelier ganz still.

Also jetzt die Art und Weise wie er gemalt hat. Jeden Abend hat Landheer alle Pinsel mittels Terpentin gereinigt. Aber bevor er dazu überging, hat er die jeweiligen Pinsel an Papier, oft sogar an der Rückseite von Gebrauchtpapier oder an einem dünnen Stück Karton abgestrichen. Dieses Papier oder das Kartonstück hat er meistens mehrfach benutzt, wodurch bunte Farben neben- und übereinander und letzten Endes eine Art ungewollte oder manchmal gewollte Farbskizze entstand. Er hat diese Karton- oder Papierstücke, wenn die ihm gefielen, aufbewahrt und vorkommendenfalls, d.h. wenn es ihm so gepasst hat, als Farbideen für seine Gemälde benutzt. Es wurde bereits angegeben, dass er mit Bleistiftskizzen anfing, die er meistens außerhalb machte. Danach hat er bestimmte Farben, die er im Kopf hatte, auf die Leinwand aufgetragen. Die zweite Möglichkeit war, dass wenn eine der vorhin erwähnten Farbskizzen nach seiner Meinung zum Gebrauch besser geeignet war, er die Bleistiftskizzen auf die Leinwand übernommen hat und somit wurden die Farben der Farbskizzen, völlig oder teilweise aufgetragen. Viele solcher kleinen Farbskizzen sind noch in Familienbesitz und manche sind derart schön, dass sie sogar eingerahmt worden sind.

Sehr oft kam es vor, dass, wenn Hugo Landheer die große gemalte Leinwand für fertig gehalten und sie nach dem Trocknen weggehängt hatte, er nach einiger Zeit das fertiggestellte Tuch abermals verarbeitet hat. Sogar nach vielen Jahren hat er bestimmte Tücher aufs Neue angefasst. Somit gibt es mehrere Malereien, die eigentlich in mehreren Jahren entstanden sind.

Meistens hat Landheer an zwei oder gar drei Werke während kurzer Zeit praktisch zur gleichen Zeit gearbeitet. Beispielsweise am Montag hat er ein Tuch bepinselt, während er sich am nächsten Tag mit einem zweiten Tuch befasst hat. Am Mittwoch hat er dann an Nummer drei gearbeitet und am Donnerstag hat er sich wieder mit dem ersten Werk vom Montag beschäftigt.

Jeden Tag an dem er an einem Tuch gearbeitet hat, schrieb er konsequent am Außenrande des Tuches mit Bleistift das Arbeitsdatum auf, wodurch meistens eine ganze Reihe von Daten an einem Rand und manchmal sogar an zwei Rändern noch immer zurückzufinden sind. Die Daten wurden aber unsichtbar, weil das Tuch ja eingerahmt wurde. Wenn nötig, kann immer noch durch Ausrahmen festgestellt werden, an welchen Daten an einem Gemälde gearbeitet wurde. Eine solche Handlung ist meistens überflüssig, weil die Erben praktisch von sämtlichen Werken die Entstehungsdaten schon kennen.

Das Einrahmen der Tücher hat Landheer immer selber gemacht. Eine solche Arbeit muss man nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn das Tuch soll ja immer straff gespannt sein. Man muss daher ganz sorgfältig und genau vorgehen und sich in dieser Arbeit auskennen. So etwas kostet Geduld, Zeit und Aufwand. Auch hat er alle kahlen hölzernen Umrandungen immer selbst bemalt, und zwar in der Farbe oder in den Farben, die im angemessenen Verhältnis zu den Farben des Gemäldes standen.

Es handelt sich bis dahin nur um Gemälde, die bis 1988 entstanden sind. In jenem Jahre wurde er durch die schon geschilderten Umstände gezwungen im Altersheim zu wohnen. Zwar wurde ihm erlaubt dort weiter zu malen, aber das ihm zur Verfügung stehende Zimmer war zu eng, um weiterhin größere Werke zu schöpfen. Nur winzige Tücher von etwa 30 x 20 cm konnten zum Bemalen von da an noch in Betracht kommen. Er hat sich aber schnell damit abgefunden und noch Dutzende von derartigen kleineren Tüchern gemalt, etwa bis 1995, also praktisch 7Jahre.

Zum Bemalen hat Landheer, ob große oder kleine Werke, immer Gebrauch gemacht von Vollleinwand und von ölfarben Marke Talens Rembrandtserie. Dies alles war qualitativ das Beste was es gab und vielleicht noch gibt.

Was hat Landheer als Thema, als Motiv jedenfalls für malerisch angesehen?

Die Themen, die er zum Malen gebraucht hat, waren sehr verschiedenartig, aber diejenigen die ihn am meisten angesprochen haben, waren: alte Häuser, Burgen, hölzerne Schiffe, auch alte aus dem 17. Jahrhundert, steinerne alte Brücken, Kornmühlen, alte romanische Kirchen, auch im Inneren, Grachten, kleine Häfen, alte Bauernhöfe, Straßen mit alten Häusern, holländische Landschaften, domestizierte Tiere wie Kühe, Schafe, Pferde, Esel, Ziegen. All diese Themen jeweils zusammen mit Lüften verschiedenster Farben, die oft große Teile eines Gemäldes eingenommen haben. Menschliche Figuren hat er kaum abgebildet, mal einige wenige Kinderköpfe und das wäre es. Ach ja, und einmal Charlie Chaplin mit seinem ewigen Spazierstock und Hut! Und nur ein Stillleben, das er erst am Ende seines Lebens gemacht hat.

Die Erben haben hunderte von Bleistiftskizzen vorgefunden, und die sind alle noch da. Man ist dabei, die in Alben unterzubringen sowie sie zu digitalisieren.
Auch gibt es noch eine Riesenmenge Rezensionen, Bewertungen von Landheer-Ausstellungen, die inhaltlich ziemlich unterschiedlich waren. Im März 1925 hat Landheer seine erste Ausstellung veranstaltet, und zwar in Den Haag. Noch immer versuchen seine Erben, wenn die Gelegenheit sich bietet, Ausstellungen zu organisieren.

Das ist also die Geschichte eines Niederländischen Künstlers, der zeitlebens zwar von nicht sehr vielen war genommen worden ist, von den Kunstkennern aber auch heute noch hoch geschätzt wird. Er hat es sich während seines Lebens nicht leicht gemacht und sein ganzes Wesen der Kunst gewidmet. Sein reicher Nachlass verdiene mehr Aufmerksamkeit.


© 2007 - 2013 Hugo Landheer, ´s-Hertogenbosch Holland Vorige pagina Kontakt informatie en verantwoording

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